20200912 JanDiener Bundesliga12.09.2020 - Es war der erste und auch gleichzeitig letzte Triathlon, den Jan Diener von den Tuttlinger Sportfreunden in diesem Jahr absolvieren konnte. Und er nutzte ihn, um sich gut zu präsentieren. Mit dem hep Team Neckarsulm stand er erstmals überhaupt bei einem Bundesliga-Rennen auf dem Podium und gewann zudem noch die Sonderwertung als schnellstes Schwimm-Team.

Am Olympiastützpunkt in Saarbrücken wurde der einzige Bundesliga-Triathlon dieser Saison ausgetragen. Die Meisterschaftswertung wurde in diesem Jahr ausgesetzt, so dass es weder Auf- noch Absteiger gab. Es ging hier also nur um die Tageswertung – und vor allem darum, endlich wieder einen Wettkampf bestreiten zu können und somit auch eine Standortbestimmung zu erhalten. Auch der Austragungsmodus war völlig neu und an die Corona-Bedingungen angepasst. So starteten nicht alle 80 Athleten – wie sonst üblich – gemeinsam, sondern es gab fünf separate Triathlons, wobei jedes Team in jedem Rennen mit einem Athleten vertreten war. Entscheidend für die Mannschaftswertung waren die Platzierungen in diesen einzelnen Rennen. Für die Einzelwertung zählte allerdings die Zeit jedes Starters.

20200912 JanDienerPortraitIn seinem Rennen traf Jan Diener auf hochkarätige Konkurrenz, unter anderem auf Jonathan Zipf, einen der erfahrensten Bundesligastarter überhaupt, vom Seriensieger EJOT Team Buschhütten. Der junge Wurmlinger, der mit 17 Jahren einer der jüngsten im gesamten Feld war, konnte sich jedoch von Beginn an gut in Szene setzen und stieg nach 7.55 Minuten als Zweiter aus dem Wasser. Auf der sehr anspruchsvollen hügeligen Radstrecke hielt er sich zunächst in der fünfköpfigen Spitzengruppe auf. Der Attacke des Bergspezialisten David Breinlinger konnte jedoch nur der Däne Valdemar Solok folgen. Jan Diener bildete mit Jonathan Zipf und Cedric Osterholt (W+F Münster) die Verfolgergruppe, die schließlich mit 24 Sekunden Rückstand auf die abschließende Laufstrecke wechselte. Hier war Altmeister Jonathan Zipf nicht mehr zu halten, überholte die beiden Ausreißer und erreichte schließlich mit einem Vorsprung von 15 Sekunden auf David Breinlinger als Erster die Ziellinie. Jan Diener, der wegen einer Fußverletzung beim Laufen etwas gehandicapt war, zeigte einen couragierten Lauf und sicherte sich schließlich einen hervorragenden vierten Platz. Mit einem langgezogenen Zielsprint kam er sogar bis auf drei Sekunden noch an den drittplatzierten Dänen Valdemar Solok heran.

Nachdem auch Jan Dieners Teamkollegen gute Arbeit geleistet hatten und in ihren jeweiligen Läufen zweimal Platz drei, einmal Platz vier und einmal Platz neun belegten, durfte sich das hep Team Neckarsulm als Dritter erstmals in seiner Vereinsgeschichte über einen Podiumsplatz bei einem Bundesligarennen freuen. Sieger war das EJOT Team Buschhütten vor dem Hylo Team Saar.
Auch in der Einzelwertung erreichte Jan Diener, der bei den Triathleten der Tuttlinger Sportfreunde groß geworden ist, mit Platz 16 sein bisher mit Abstand bestes Bundesliga-Resultat. Als Sahnehäubchen gewann er mit seiner Mannschaft sogar noch die Sonderwertung „sailfisch-fastest team swim“ mit sechs Sekunden Vorsprung vor dem Hylo Team Saar.

Am nächsten Tag hatte Jan Diener noch für das Radrennen „Schauinslandkönig“ in Freiburg gemeldet. Hier war auch sein zwei Jahre älterer Bruder Eric am Start, der das Bundesligarennen leider krankheitsbedingt hatte auslassen müssen. 730 Höhenmeter und 11,5 Kilometer waren als Einzelzeitfahren auf den Freiburger Hausberg Schauinsland zu bewältigen. In 32.15,6 Minuten schaffte Eric Diener unter 642 Teilnehmern als Neunter den Sprung in die Top 10. Jan Diener kam mit 33.35,7 Minuten auf Platz 22. In der Altersklassenwertung der Jugend A wurde er damit Zweiter.

Ilka Diener